Ein rufendes Männchen
Laichgewässer aus Unkensicht
Laich der Rotbauchunke
Eine Kaulquappe mit der typischen Netzstruktur der Finne
Die "Kahnstellung"

Biologie

Die Rotbauchunke ist stark wassergebunden, sie hält sich im Gegensatz zu anderen Froschlurchen fast ständig im oder am Wasser auf und ist tag- und nachtaktiv. Die Aktivitätsperiode reicht von März bis September/Oktober.

Das Männchen ist bereits nach der ersten, das Weibchen erst nach der zweiten Überwinterung geschlechtsreif. Die Balzzeit dauert von April bis Juli, innerhalb dieser Zeit sind die Tiere vor allem in den Laichperioden rufaktiv. Jungtiere unterscheiden sich durch einen höheren Ruf von den Alttieren.

Die Rufe der männlichen Rotbauchunke dienen der Revierabgrenzung und dem Anlocken der Weibchen: Durch pumpende Bewegungen des Mundbodens füllt das auf der Wasseroberfläche treibende Männchen seine Lungen mit Luft und presst sie danach in die Kehlblasen (innere Schallblasen). Der Ruf entsteht beim anschließenden Zurückdrücken der Luft aus den Kehlblasen durch den stimmerzeugenden Kehlkopf zurück in die Lungen. Während des Rufens sind Mund und Nasenlöcher verschlossen. Als Rufplatz wird gerne Schwimmblattvegetation genutzt.

Download: Video eines rufenden Rotbauchunkenmännchens (AVI, 5.1 MB)

Balz- und Fortpflanzungsverhalten

Rotbauchunken paaren sich im Wasser, wobei das Männchen ein Weibchen in der Lendengegend umklammert. Es hat zur Paarungszeit Brunstschwielen an der Innenseite der Unterarme. Die Eier werden in Form von kleinen Laichklumpen an Wasserpflanzen in 10-20 cm Tiefe angeheftet: Pro Laichvorgang werden 20 bis 30 Eier abgelegt, sie messen im Durchmesser 1,4 - 1,8 mm. Pro Tier und Jahr werden maximal 200 bis 300 Eier gelegt. Diese verteilen sich meist auf zwei Laichphasen Frühjahr und Frühsommer.

Die rund 5,5 cm langen Larven sind ohne äußere Kiemen und haben einen Flossensaum mit Netzstruktur. Der obere Flossensaum ist hoch und reicht bis auf das vordere Rückendrittel. An der Oberseite zeigen sich zeitweise gelbe Längsstreifen. Der Schwanz ist ca. 1,5 mal die Kopf-Rumpf-Länge. Das Mundfeld ist dreieckig (Gelbbauchunke oval).

Nahrung

Insekten und deren Larven, insbesondere Mückenlarven, Würmer (Tubificiden) und Schnecken. Da die Rotbauchunke keine Zunge hat, die herausgeschleudert werden kann, können die Tiere Nahrung nur schnappend aufnehmen.

Feinde

Kaum ein Tier probiert die wegen ihres Drüsensekrets schlecht schmeckende Unke mehr als einmal im Leben. In einer Gefahrensituationen nimmt die Unke die sogenannte Kahnstellung ein, bei der der Rücken stark durchgedrückt wird und die Vorderbeine und Hinterbeine angehoben werden. Dann wird auch die rot gemusterte Unterseite sichtbar, von der sich viele Feinde abschrecken lassen. Larven und Eier besitzen diesen Schutz jedoch nicht. Rotbauchunken haben neben der Wasserspitzmaus auch unter den Vögeln einige Feinde (z. B. Weißstorch, Waldkauz, Rohrdommel, Rallen).