Flache Laichgewässer dienen als Frühjahrslebensraum...
...tiefe und krautreiche Weiher als Sommerlaichgewässer.
Schlammflächen dienen als sommerliches Nahrungshabitat.
Uferbeweidung durch Galloways fördert die Rotbauchunken

Habitat

Im allgemeinen leben Rotbauchunken in besonnten Flachgewässern mit dichtem Wasserpflanzenbewuchs. Sie bevorzugen Überschwemmungsbereiche in Talauen und Kleingewässer auf Äckern und Wiesen, kommen aber auch in Flachwasserbereichen von Seen, verlandenden Kiesgruben, Wiesengräben und wassergefüllten Wagenspuren vor.

Rotbauchunken nutzen zum Ablaichen und zur sommerlichen Futtersuche unterschiedliche Gewässertypen:

Für die erste Laichphase von Mitte April bis Mitte Mai sind sehr flache, ganztägig unbeschattete Gewässer erforderlich, die bereits früh im Jahr auch bei niedrigen Nachttemperaturen die notwendige Wassertemperatur von 16°C erreichen. Anmoorige Gewässer mit schwarzem Grund sind besonders geeignet. Eine extensive Beweidung dieses Gewässertyps, der austrocknen sollte, ist im Sommer dringend geboten, damit im darauffolgenden Frühjahr höchstens niedrigwüchsige Vegetation wächst.

In der zweiten Laichphase werden tiefere Gewässer aufgesucht, da die flachen Frühjahrsgewässer zur Austrocknung neigen. Der Sommergewässertyp sollte eine Wassertiefe von etwa 1,20 m haben. In diesem Bereich sollten Schwimmblattpflanzen insbesondere Potamogeton natans wachsen, um deren Stängel in 20 bis 30 cm Wassertiefe die Eiballen befestigt werden. Günstig ist auch eine etwas dichtere Ufervegetation aus Igelkolben.

Eutrophe Gewässer oder moorige Sümpfe - auch an Waldrändern - und kleine Weidenbrüche sind der dritte Typ von Gewässern, die von Rotbauchunken genutzt werden. Nach Abschluss des Laichgeschäftes nutzen die Tiere vor allem solche Gewässer und Schlammflächen zur Nahrungssuche.

Rotbauchunken benötigen in ihrem Lebensraum daher immer verschiedene Gewässertypen.

An Land hält sich die Unke gern in Verstecken, wie Totholz- und Steinhaufen, im Wurzelbereich von Bäumen, unter Laub und Totholz im Wald oder in Kleinsäugerbauten in Hängen oder Steilküsten auf. An diesen Plätzen überwintert sie auch.

Beweidung

Eine Schlüsselrolle beim Management von Rotbauchunkenpopulationen scheint die extensive Beweidung ihrer Lebensräume zu sein. In den Flächen zwischen den Gewässern und auch die Gewässer selbst können durch Beweidung in einem günstigen Zustand für Rotbauchunken gehalten werden. Die extensive Beweidung der Gewässer beispielsweise schafft Schlammflächen, günstige Ufervegetationsstrukturen und verhindert das vollständige Zuwachsen der Gewässer. Bei neuangelegten Gewässern verhindert die Beweidung die Ausbreitung des Rohrkolbens. Trittsiegel im weichen Boden der abtrocknenden Uferflächen bieten jungen Unken beim Verlassen des Gewässers Versteckplätze vor Vogelprädation.