Die Rotbauchunke kommt in Deutschland nur nördlich der Mittelgebirge vor. Daher hat Schleswig-Holstein eine besondere Verantwortung für die europaweit geschützte Art des Tieflandes. Fast eine Million Euro gehen für dieses Rettungsprogramm nach Schleswig-Holstein. Allein 50 neue Laichgewässer, 3,5 ha temporäre Überflutungen und 33 Überwinterungshabitate sollen bis Ende 2009 damit entstehen.
Die Rotbauchunke ist in Schleswig-Holstein vom Aussterben bedroht (Rote Liste Schleswig-Holsteins Kategorie 1). In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Laichgewässer mit mehr als 20 Rufern im Zeitraum von 1980 bis 2000 um rund 32 % bzw. von 28 auf 19 zurückgegangen. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Rotbauchunke ist das östliche Hügelland (das den nordwestlichen Verbreitungsrand der Art in Mitteleuropa bildet), die Ostholsteinische Seenplatte und das Schaalseegebiet. Z. T. sind die Vorkommen - wie auch in Dänemark - inselartig und auf den Küstenstreifen beschränkt, z. B. auf der Geltinger Birk, dem Dänischen Wohld und der Insel Fehmarn.
In allen Regionen soll der Erhaltungszustand der Art in den NATURA 2000 Gebieten verbessert werden. Ziel ist es, das Lebensraumangebot für die Rotbauchunke zu vergrößern. Je nach Ausgangslage und Möglichkeiten wird in den Projektgebieten ein Lebensraumangebot für 100 bis 500 Individuen entwickelt werden. Langfristig müssen alle Populationen mindestens 1000 ausgewachsene Tiere umfassen, um vor Inzuchteffekten, wie sie in kleinen Populationen auftreten, geschützt zu sein.
In allen Partnergebieten sind Defizite in der Habitatausstattung festgestellt worden. Deshalb sollen in allen Projektgebieten Habitatmanagementmaßnahmen durchgeführt werden, insbesondere
Zur Verbesserung des Erhaltungszustandes sollen weiterhin Populationsmanagement-maßnahmen erfolgen. Hier sind Unterstützungsmaßnahmen für sehr kleine Populationen, Wiederansiedlungsvorhaben und Reservepopulationen geplant, die mit Jungtieren aus Aufzuchtstationen begründet werden.
Zur Absicherung des Populationsmanagements sollen genetische Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu werden drei „Gen-Marker“ der Rotbauchunke an der Universität Potsdam durch Prof. Ralph Tiedemann und Mitarbeiter entwickelt und Proben aus den Populationen in Dänemark, Schweden, Lettland und Schleswig-Holstein sowie einiger Vergleichs-Populationen aus Brandenburg, Polen und der Ukraine untersucht. Unter anderem sollen folgende Fragen damit geklärt werden: