Gesamtergebnisse des Projektes

Innerhalb der Projektlaufzeit von 2004 bis 2009 war geplant –außer für die bereits starken schwedischen Populationen- Gewässer zu sanieren und anzulegen, Winterquartiere zu bauen, Robustrinderbeweidung um die Laichgewässer zu etablieren und Eier zusammeln, aufzuziehen und Jungunke auszusetzen. Für die meisten dieser Aktionen wurde erheblich mehr im Lebensraummanagement erreicht als ursprünglich vorgesehen. So wurden z. B. 192 Gewässer angelegt, 65 mehr als geplant, 75 Überwinterungsquartiere gebaut und über 48.000 Eier gesammelt (geplant 33.000) und daraus wurden über 29.000 Jungunken aufgezogen und ausgesetzt. Die Aussetzungsstrategie wurde auf Basis einer populationsgenetischen Untersuchung der Universität Potsdam, Arbeitgruppe Prof. R. Tiedemann erarbeitet. Wie diese wissenschaftlichen Daten in die Praxis umgesetzt wurden beschreibt der „Genetic Report“

Durch das intensive Lebensraummanagement wurde die Habitatkapazität für Unken (Lebensraumangebot von 30 m² Wasserflächen pro Unke) von 3.220 auf 10.500 angehoben, wobei ursprünglich 6.600 geplant waren. Durch dieses Lebensraumangebot hat das Projekt eine gute Basis für eine nachhaltige Verbesserung des Erhaltungszustandes der Rotbauchunkenpopulationen in den Gebieten am nördlichen Verbreitungsrand gelegt.

Die Anzahl der rufenden Männchen -einer der Schlüssel-Qualitätsparameter des Projektes- stieg von 286 auf 678 (568 rufende Männchen geplant). Dieser Anstieg hätte noch höher ausfallen können, aber es gab Unterschiede bei Umsetzung in den verschiedenen Gebieten. In den Gebieten, in denen die Lebensraummaßnahmen schon zu Beginn des Projektes umgesetzt werden konnten, wie es auf den im öffentlichen Besitz befindlichen, deutschen Flächen der Fall war, konnte der Populationsanstieg bereits zum Ende des Projektes festgestellt werden.
In Dänemark wurden die Maßnahmen hauptsächlich auf Privatflächen durchgeführt, was eine längere Vorbereitung und Abstimmung mit den Eigentümern bedurfte. Daher konnten die Maßnahmen erst in der zweiten Hälfte des Projektes bis in das letzte Projektjahr hin durchgeführt werden. Die Populationen waren daher nicht in allen Gebieten in der Lage positiv auf die Maßnahmen innerhalb der Projektlaufzeit zu reagieren.
Innerhalb der nächsten 10 Jahre werden die Populationen aber sicherlich auf das zusätzliche Lebensraumangebot reagieren. Die weitere Entwicklung in den Gebieten und die Gewässerqualität werden durch das fortlaufende, staatliche Monitoring kontrolliert und ggf. durch weitere Maßnahmen unterstützt.

Der weitere Anstieg der Anzahl von rufenden Männchen ist in 2010 bereits in einigen Gebieten festgestellt worden. Einige der Populationen haben mit einer Verdopplung der Anzahl rufender Männchen reagiert.
Dies geschah vor allem dort wo der gesamte Lebensraumkomplex:
•    ein großzügiges Gewässernetz in
•    extensiv beweideten Flächen
•    angrenzend an Laubwald und nassen Erlenwald
mit allen Teillebensräumen in optimaler Weise und ohne Kompromisse hergestellt werden konnte.
Die Erfahrungen zur besten Praxis im Rotbauchunkenschutz sind detailliert in dem Leitpfaden zum Rotbauchunkenschutz der „Bombina guideline“ dargestellt. Der Laienreport stellt die Aktivitäten und Erfahrungen des Projektes in Kürze vor.
Der Erfolg des Projektes wurde im Rahmen des Bombina song contest während des Projektes präsentiert.Jährliche Froschkonzerte werden auch nach Projektende von der Stiftung Naturschutz angeboten.